Praxis für Osteophatie :: Daniela Kalmbach Düsseldorf Niederkassel
Was ist Osteopathie?
Die Osteopathie gliedert sich in drei große Gebiete: 
  • Die strukturelle (parietale) Osteopathie-Behandlung des Bewegungsapparates, die chiropraktische Griffe und Muskeltechniken beinhaltet.
  • Die viscerale Osteopathie-Behandlung der inneren Organe und Eingeweide, um sowohl deren Mobilität und Funktion zu verbessern als auch Spannungen psychischer Ursache zu beeinflussen, z.B. "Die Leber wird fester bei Wut". 
  • Die craniosacrale Therapie (cranium = Schädel, os sacrum = Kreuzbein): Behandlung des Schädels, des Rückenmarks und des Nervensystems, eine Längsachse des Menschen, die vom Scheitel bis zum Steiß reicht.
Woher kommt die Osteopathie?
Die Osteopathie wurde bereits im 19.Jahrhundert von dem amerikanischen Arzt Andrew Taylor Still (1828-1917) begründet. Stills "unblutige Chirurgie", seine "Medizin ohne Medikamente", war ein Aufschrei. Ein heiliger Furor gegen die Brutalität und Verkommenheit der damaligen "heroischen Medizin". So nannte man die Behandlung mit Aderlass und Quecksilbervergiftung, Whiskey und Opium, die ärztliche Quacksalber ihren Patienten weit bis ins 19. Jahrhundert hinein zumuteten. Gegen den fahrlässigen Unsinn, der von der Schulmedizin selbst dann noch zur Leitlinie erhoben wurde, als seine ruinösen Wirkungen bereits erwiesen waren, musste es früher oder später zu einer Revolte kommen. 

Und sie konnte nur dort ausbrechen, wo die Not der Patienten am größten war: unter den Auswanderern der neuen Welt. In Nordamerika entwickelten sich zahlreiche medizinische Sekten, die eine sanfte Medizin propagierten, meist wilde Mixturen aus Hebammenwissen, indianischer Pflanzenkunde und Spiritualismus, angereichert mit all den neuen "Philosophien", die über Boston und New York bis nach Kansas vorgedrungen waren: darunter Homöopathie, die Magnetheilung und die Hypnose. Es waren keineswegs die Verrückten, die sich den neuen Lehren zuwandten, es waren die fortschrittlichen Geister des Landes. In dieser Atmosphäre wuchs Andrew Taylor Still auf. Sein Vater, ein methodistischer Wanderprediger, war durch Kansas und Missouri gezogen, um Shawnee-Indianer und weiße Sklavenhalter zu missionieren. Obwohl er nirgendwo willkommen war, ging er unverdrossen seinen Weg. So lernte der Sohn früh, mit Ablehnung, Spott und Verleumdung umzugehen.
Andrew Still gründete eine Familie, aber 1855 starb sein Sohn George, vier Jahre später seine Frau Mary; 1864 rafften eine Meningitisepidemie und eine Lungenentzündung vier weitere seiner Kinder dahin. Die Wut über die Hilflosigkeit der Schulmedizin trieb den Landarzt schließlich in ein autodidaktisches Studium der Naturkräfte und der Anatomie.

1859 war Henry Grays sensationeller Anatomieatlas in Amerika erschienen, im selben Jahr veröffentlichte Charles Darwin sein epochales Werk über die Entstehung der Arten, in dem er die Evolution der Lebewesen nicht mehr aus der Bibel, sondern auch durch die Veränderung der Struktur und Funktion fossiler Skelette erklärte. 20 Jahre lang brütete Still seine Theorie aus, weitere 20 Jahre benötigte er, um sie durchzusetzen. Überall erregte der umherziehende "Magnetheiler" als "Lightning Bone Setter" - als Blitzeinrenker - große Aufmerksamkeit. Er kleidete sich ganz in Schwarz. In einem Sack trug er einen kompletten Satz menschlicher Knochen bei sich, die er aus Indianergräbern geraubt hatte. Mit den ausgeschütteten Knochen vor sich hielt er Vorlesungen in Kneipen, Kirchen und Krämerläden. Still muß ein höchst eigenwilliger Prediger des Osteopathie-Evangeliums gewesen sein, denn auch später in den 1890er Jahren, als sein Konzept mehr und mehr Anhänger fand, lehnte er es zunächst strikt ab, ein Lehrbuch über Behandlungstechniken zu schreiben. Das intensive Studium der Anatomie und die persönlich vermittelte Kenntnis osteopathischer Prinzipien genügte ihm vollkommen. Alles Übrige solle man besser der Intuition und dem Fingerspitzengefühl des Therapeuten überlassen. Denn Osteopathie war nach Stills Ansicht kein Handwerk, sondern eine andere Art, über den Menschen nachzudenken; eine Gesundheitsphilosophie, die den optimistischen Glauben vertrat, dass jeder Organismus von Natur aus seine Selbstheilung anstrebe.

"Der große Schöpfer", sagte Still, "statte den Menschen mit angeborenen Kräften aus, die ausreichen, um die Maschine des menschlichen Lebens in Gang zu halten." 
Einer seiner bedeutendsten Schüler, William Garner Sutherland, erweiterte die Osteopathie in den 40er Jahren um eine esoterische Komponente. Er redete von "flüssigen Lichtkräften" und "höchsten Elementen", die er im Liquor vermutete, dem "heiligen Wasser", das Gehirn und Rückenmark umspült. Beim Befühlen der Schädelnähte hatte Sutherland ganz richtig eine pulsierende Bewegung wahrgenommen, die er "primäre Respirationsbewegung" nannte und als "Lebensodem" religiös überhöhte. Das aber machte die Durchsetzung der Osteopathie in Europa nicht leichter. In Deutschland tauchte Stills "metaphysische Medizin" erst in den späten 1980er Jahren auf. In England begann sie bereits 1917 Fuß zu fassen, und in den 1950er Jahren schaffte sie den Durchbruch in Belgien. Doch außer in den USA ist sie dem Arztberuf nirgendwo gleichgestellt. Ihren Namen (griech.osteon= Knochen, pathos= Leiden/Schmerz) hat sie freilich behalten, weil die Knochen einmal der Ausgangspunkt waren, jenes Gewebe, das dem Menschen Struktur und Funktion verleiht.

Text: W. Michal (GEO Nr.2/2004)
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"Der Mensch wird in

seiner Ganzheit erfasst"

Andrew Taylor Still
(1828-1917)

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" Normal ist ein Gefühl des

Friedens und der Harmonie"

William Garner Sutherland
(1873-1954)

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Puls des Lebens: Robert Fulford, ISBN 978-3-936679489
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